Dokploy Sicherheitswelle: Drei neue kritische RCE- und Command-Injection-Schwachstellen
🔄 Update — 11. Juni 2026: Kritische CVSS 10/10 Sicherheitslücke durch Hardcoded Secret (CVE-2026-45631) entdeckt
In Dokploy wurde eine weitere, extrem kritische Sicherheitslücke (CVE-2026-45631) mit einem CVSS-Score von 10.0 in den Versionen 0.27.0 bis 0.29.2 gefunden. Ein fest im Code hinterlegtes Authentifizierungs-Secret ermöglicht es nicht-authentifizierten Angreifern, administrative JWT-Token zu fälschen und die vollständige Kontrolle über den Host-Server zu erlangen. Die Entwickler haben die gepatchte Version 0.29.3 bereitgestellt.
Was ist neu?
- CVE-2026-45631 (CVSS 10.0): Ein hardcodiertes Authentifizierungs-Secret (
better-auth-secret-123456789) ermöglichte die vollständige Umgehung aller Zugriffssteuerungen. - WebSocket-RCE (CVE-2026-45629): Eine RCE-Schwachstelle im WebSocket-Endpunkt für Deployments wurde ebenfalls behoben.
- Sofort-Patch 0.29.3: Die neue Version 0.29.3 ersetzt das hardcodierte Secret und sichert die betroffenen API-Schnittstellen ab.
Warum es den Artikel ergänzt
Dieses Update verschärft die Sicherheitslage von Dokploy drastisch, da nun auch nicht-authentifizierte Angreifer ohne Vorkenntnisse Instanzen komplett übernehmen können.
Zusammenfassung
In der Open-Source-PaaS-Plattform Dokploy wurden drei kritische Sicherheitslücken entdeckt, die Remote Code Execution (RCE) und OS-Command-Injection ermöglichen. Die Schwachstellen betreffen die Command-Execution-Prozesse, den Schedule-Router sowie das Traefik-Konfigurations-Endpoint. Authentifizierte Angreifer können diese umgehen, um unbefugt Shell-Skripte auf den Host- oder verwalteten Ziel-Servern auszuführen. Die Entwickler haben Sicherheitsupdates bereitgestellt, um die Lücken zu schließen.
Was ist passiert?
In den letzten Tagen wurden Details zu drei kritischen Schwachstellen in Dokploy bekannt gegeben:
- CVE-2026-45632 (CVSS 9.9): Ein Autorisierungsfehler im Schedule-Router von Dokploy (Versionen 0.26.7 und älter). Authentifizierte Benutzer können ohne Rechteprüfung Zeitpläne erstellen oder manipulieren und darüber Shell-Skripte auf dem Dokploy-Host oder remote verwalteten Servern ausführen.
- CVE-2026-45628 (CVSS 9.9): Eine Command-Injection-Schwachstelle in Dokploy (Versionen 0.29.2 und älter). Dokploy konstruiert Shell-Befehle mittels JavaScript-Template-Literalen und führt diese unsicher über
child_process.exec()aus. Unbereinigte Benutzereingaben bei Branch-Namen, Git-Repository-URLs oder Docker-Registrierungsdaten führen direkt zur Befehlsausführung. - CVE-2026-45630 (CVSS 9.0): Eine Command-Injection in der Traefik-Konfiguration (
application.updateTraefikConfigin Versionen 0.28.8 und älter). Administratoren oder privilegierte Konten können Shell-Metazeichen in eine unsichereecho-Befehlskette einschleusen und RCE erzielen.
Warum es wichtig ist
Dokploy wird häufig als leichtgewichtige, selbstgehostete Alternative zu Heroku oder Vercel eingesetzt. Da der Dokploy-Backend-Prozess standardmäßig Zugriff auf den Docker-Socket hat, bedeutet ein RCE auf der Verwaltungsebene eine vollständige Kompromittierung aller darauf gehosteten Anwendungen und Datenbanken (Multi-Tenant-Bruch). Ein Angreifer kann sensible Umgebungsvariablen stehlen, Container manipulieren oder auf andere Kundenumgebungen übergreifen.
Beweise
- Sicherheitsberichte: Veröffentlicht in der SentinelOne Vulnerability Database und den Yutori Scouts Security Advisories.
- Offizielle Dokumente: Die GitHub Security Advisories GHSA-7wmr-57mg-h5q6 (für CVE-2026-45632), GHSA-3frc-cfh9-ch2c (für CVE-2026-45628) und GHSA-p787-6gqg-cvp5 (für CVE-2026-45630) belegen die technischen Hintergründe und Patch-Commits.
Analyse
Die entdeckten Schwachstellen verdeutlichen klassische Implementierungsfehler im modernen Web-Development. Durch den Einsatz von String-Interpolation bei der Generierung von CLI-Befehlen anstelle von parametrisierten Ausführungen (z. B. spawn mit Argumenten-Arrays) wird eine massive Angriffsfläche geschaffen. Zudem zeigt das Fehlen von feinkörnigen Rollenprüfungen (Insecure Direct Object Reference) beim Schedule-Router, dass Autorisierungsmechanismen auf API-Ebene lückenhaft waren.
Praktische Erkenntnisse
Betreiber von Dokploy-Instanzen sollten sofort folgende Maßnahmen ergreifen:
- Dokploy aktualisieren: Führen Sie umgehend ein Update auf die neueste Version durch (nach Version 0.29.2).
- Zugriff einschränken: Stellen Sie die Admin-Benutzeroberfläche hinter ein VPN oder eine Firewall und erlauben Sie nur vertrauenswürdigen IP-Adressen den Zugriff.
- MFA aktivieren & Registrierung schließen: Deaktivieren Sie die Registrierungsfunktion für neue Benutzer (
Self-Registration), um die Angriffsfläche für authentifizierte API-Zugriffe zu minimieren. - Schlüssel rotieren: Da ein RCE stattgefunden haben könnte, sollten alle SSH-Schlüssel, Docker-Registry-Passwörter und API-Keys der verwalteten Server vorsorglich rotiert werden.
Offene Fragen
- Gibt es bereits aktive Angriffsversuche in freier Wildbahn, die diese Sicherheitslücken ausnutzen?
- Wie viele öffentlich erreichbare Dokploy-Instanzen sind derzeit ungeschützt und direkt angreifbar?