Microsoft Fabric Plan: Native Unternehmensplanung und KI-Prognosen im OneLake
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Microsoft Fabric Plan: Native Unternehmensplanung und KI-Prognosen im OneLake

calendar_month 25. Juni 2026

Zusammenfassung

Mit der Einführung von „Planning in Microsoft Fabric“ in der Public Preview schließt Microsoft eine entscheidende Lücke seiner SaaS-Datenplattform. Die in Zusammenarbeit mit Lumel entwickelte Lösung integriert Budgetierung, Simulation, operative Dateneingabe und KI-gestützte Prognosen direkt in das Fabric-Ecosystem. Durch die direkte Verbindung mit Power-BI-Semantikmodellen und die sofortige Rückschreibung (Write-back) in den OneLake entfallen fehleranfällige Datenexporte. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung für traditionelle Enterprise-Performance-Management-Systeme (EPM) dar.

Was ist passiert?

Microsoft hat die Public Preview von „Planning in Microsoft Fabric“ (auch als „Fabric Plan“ bezeichnet) gestartet, deren allgemeine Verfügbarkeit (GA) für das dritte Quartal 2026 geplant ist. Das System setzt auf drei Kernkomponenten auf:

  1. Planning Sheets: Eine Schnittstelle für Budgetierung und Simulationen, die direkt auf Power-BI-Semantikmodellen aufbaut und Planungsdaten in Echtzeit in Fabric SQL zurückschreibt.
  2. PowerTable Sheets: Ein Excel-ähnliches, no-code Interface zur Pflege von Stammdaten und Dimensionen.
  3. Intelligence Sheets / Predict: Eine KI-gestützte Funktion, die historische Daten analysiert, Saisonalitäten berechnet und in Sekundenschnelle präzise Forecasts inklusive Konfidenzintervallen liefert.

Die Markteinführung zieht bereits weite Kreise im B2B-Umfeld. So hat der deutsche Business-Intelligence-Spezialist Bissantz bereits Beratungsleistungen und ein Webinar für den 16. Juli 2026 angekündigt, um die Integration eigener Analysewerkzeuge wie DeltaMaster in Fabric Plan vorzustellen. Zudem wurde ein hybrides Preismodell eingeführt, das benutzerrollen- und aufgabenbasierte Tarife kombiniert, um Spitzenzeiten in Planungszyklen kosteneffizient abzufangen.

Warum es wichtig ist

Die native Integration von Planungs- und Forecasting-Funktionen in die primäre Datenplattform bietet erhebliche Vorteile:

  • Beseitigung von Datensilos: Budgetierung und Ist-Zahlen-Berichterstattung laufen auf derselben, einheitlich verwalteten Datenbasis (Single Source of Truth), ohne dass Daten in externe Tabellenkalkulationen exportiert werden müssen.
  • Echtzeit-Kollaboration: Multi-User-Editing und automatisierter Write-back beschleunigen Abstimmungsprozesse im Controlling drastisch.
  • Sicherheit und Governance: Planungsprozesse erben automatisch die Sicherheits- und Compliance-Richtlinien von Microsoft Fabric und OneLake.
  • Kosteneffizienz: Das flexible, hybride Preismodell senkt die Einstiegshürden im Vergleich zu starren, teuren EPM-Softwarelizenzen.

Beweise

  • Offizielle Roadmap: Microsoft hat die Public Preview freigegeben und das GA-Ziel für das 3. Quartal 2026 festgesetzt.
  • Dokumentationsportale: Die Veröffentlichung von dedizierten Leitfäden unter learn.microsoft.com/en-us/fabric/iq/plan/overview sowie docs.fabricplan.com unterstreicht die Reife des Projekts.
  • B2B-Partner-Aktivität: Die schnelle Reaktion von Partnern wie Lumel (Co-Entwickler) und Bissantz (geplante Webinare zur Fabric-Simulation) zeigt die unmittelbare Relevanz für den Unternehmenseinsatz.

Analyse

Die Einführung von Fabric Plan markiert einen strategischen Wandel. Bisher war Microsoft Fabric primär eine Plattform für Dateningestion, Data Warehousing und Business Intelligence. Für die tatsächliche Unternehmensplanung mussten Controller weiterhin auf Excel oder spezialisierte Drittanbietersoftware ausweichen.

Durch die native Verankerung von Planungsfunktionen im OneLake entzieht Microsoft klassischen EPM-Anbietern ein zentrales Argument. Wenn Unternehmen ihre Berichte, Dashboards und Rohdaten ohnehin in Fabric verwalten, liegt es nahe, auch die Budgetierung dort anzusiedeln. Die Excel-nahe Gestaltung der Planning Sheets minimiert zudem die Einarbeitungszeit für Finanzteams. Die Integration von „Predict“ zeigt zudem, wie generative und prädiktive KI nahtlos in den täglichen Arbeitsablauf von Analysten eingebettet werden kann.

Praktische Erkenntnisse

  • Lizenzkosten prüfen: Finanz- und IT-Verantwortliche sollten ihre aktuellen EPM-Lizenzen gegen das hybride Rollenmodell von Fabric Planning gegenrechnen.
  • F-SKU-Kapazitäten analysieren: Da Fabric Plan rechenintensiv sein kann (insbesondere bei großen Write-back-Volumina), muss die zugrunde liegende Fabric-Kapazität (F-SKU) entsprechend dimensioniert werden.
  • Weiterbildung nutzen: Controlling-Teams sollten frühzeitig an Demos und Webinaren (z. B. von Bissantz) teilnehmen, um die Eignung für die eigenen Planungsprozesse zu prüfen.

Offene Fragen

  • Skalierbarkeit bei hohem Volumen: Wie performant verhält sich das System, wenn hunderte Nutzer gleichzeitig in die Planning Sheets schreiben?
  • Mindestanforderungen: Welche Fabric-Kapitätsstufe (F-SKU) ist mindestens erforderlich, um die Predict-Funktion ohne nennenswerte Latenzen zu nutzen?
  • Integration von Altsystemen: Wie nahtlos lassen sich bestehende ERP- und Konsolidierungssysteme an den neuen Fabric-Write-back-Workflow anbinden?

Quellen

  1. Dennis Carriere auf LinkedIn: Fabric’s Predict Function in Planning Sheets
  2. Bissantz Webinar: Analyse, Simulation und Prognose in Microsoft Fabric
  3. Microsoft Fabric Updates Blog
  4. Official Fabric Planning Documentation
  5. Fabric Plan Documentation Portal