NewCore sichert Identitäten von KI-Agenten: 66 Millionen Dollar Finanzierung nach Stealth-Phase
NewCore sichert Identitäten von KI-Agenten: 66 Millionen Dollar Finanzierung nach Stealth-Phase
Zusammenfassung
Das Cybersecurity-Startup NewCore hat seine Stealth-Phase beendet und eine Finanzierungsrunde in Höhe von 66 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Das Unternehmen adressiert ein zunehmend kritisches Problem in modernen Unternehmensworkflows: das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) für autonome KI-Agenten („digitale Mitarbeiter“). NewCore wird nach der Investition mit 300 Millionen US-Dollar bewertet.
Was ist passiert?
- Erfolgreiches Fundraising: NewCore sichert sich 66 Millionen US-Dollar in einer Seed-Finanzierungsrunde.
- Namhafte Investoren: Die Runde wurde von der auf Cybersicherheit spezialisierten Risikokapitalgesellschaft Cyberstarts angeführt, unter Beteiligung von Index Ventures und Evolution Equity Partners.
- Unternehmensbewertung: Nach der Investition liegt die Bewertung des Startups bei 300 Millionen US-Dollar.
- Hintergrund der Gründer: Das Startup wurde von Zohar Alon (ehemaliger Gründer von Dome9), Amihai Neiderman (ehemaliger Unit 8200 Research Leader und Gründer von Nym Health) und Erez Yarkoni (ehemaliger CIO von T-Mobile USA) gegründet.
Warum es wichtig ist
Da Unternehmen KI-Agenten zunehmend als eigenständige Arbeitskräfte und nicht nur als bloße Tools einsetzen, entstehen erhebliche Sicherheitsrisiken. Herkömmliche Identity-Provider (wie Okta oder Microsoft Entra) wurden primär für menschliche Identitäten entwickelt. Die Zuweisung von Berechtigungen an hochgradig autonome Systeme über traditionelle Service-Accounts oder statische API-Keys führt zu enormen Sicherheitslücken und mangelnder Nachvollziehbarkeit. NewCore betrachtet KI-Agenten stattdessen als „First-Class-Identitäten“ mit eigenen Lebenszyklen, Berechtigungen und Deaktivierungsmechanismen.
Beweise
- Wachsende Agenten-Belegschaft: Goldman Sachs testete bereits 2025 den Coding-Agenten Devin als vollwertigen „Mitarbeiter“. McKinsey beschäftigt laut Berichten bereits über 25.000 KI-Agenten parallel zu seinen 60.000 Angestellten.
- Branchen-Statistiken: Der Chairman von TCS prognostizierte kürzlich, dass die Anzahl der eingesetzten KI-Agenten in Technologieunternehmen in wenigen Jahren der Anzahl menschlicher Mitarbeiter entsprechen oder diese sogar übertreffen könnte.
- Gründer-Expertise: Die Erfolgsbilanz der Gründer (z. B. Dome9-Akquisition durch Check Point) untermauert das Vertrauen der Investoren in die Tragfähigkeit des Ansatzes.
Analyse
Der Ansatz von NewCore hebt sich durch zwei Kernarchitekturen von etablierten IAM-Lösungen ab:
- Split-Key-Architektur: Kritische kryptografische Identitätsschlüssel werden zwischen dem Kunden und der NewCore-Plattform aufgeteilt, wodurch ein Single Point of Failure (SPOF) bei einer Kompromittierung verhindert wird.
- Native Integrationen („Agentic Skills“): Spezifische Pakete für gängige Coding-Assistenten (wie Anthropic Claude Code, OpenAI Codex und Cursor) ermöglichen einen kontrollierten Zugriff auf Unternehmensressourcen, ohne dass manuelle, statische Anmeldeinformationen verteilt werden müssen. Zudem bietet eine mobile App für menschliche Mitarbeiter eine Kontrollinstanz (Human-in-the-Loop), um Zugriffe autonomer Agenten in Echtzeit zu prüfen, zu erteilen oder zu widerrufen.
Praktische Erkenntnisse
Für IT-Sicherheitsverantwortliche ergeben sich folgende konkrete Handlungsempfehlungen:
- Inventarisierung: Erfassen Sie alle im Unternehmen eingesetzten KI-Agenten und Schatten-KI-Tools (z. B. Entwickler-Plugins wie Cursor).
- Berechtigungsprüfung: Vermeiden Sie das Teilen von Administrator- oder Standard-Benutzerkonten mit autonomen Agenten. Definieren Sie granulare, temporäre Zugriffsrechte.
- Architektur-Check: Evaluieren Sie, ob Ihre aktuellen Identity & Access Management (IAM) Systeme in der Lage sind, das explosionsartige Wachstum maschineller Identitäten ohne Sicherheitsrisiken zu skalieren.
Offene Fragen
- Wird sich der Markt für Agenten-IAM als eigenständige Kategorie etablieren, oder werden bestehende Riesen wie Okta und Microsoft den Vorsprung durch Akquisitionen oder schnelle Feature-Integrationen einholen?
- Wie hoch ist das Risiko einer Fehlkonfiguration durch menschliche Bediener über die NewCore-App, wenn Hunderte von Agenten-Anfragen gleichzeitig freigegeben werden müssen?